Die Vereinsgeschichte
Der Dornhaner Schützenverein in seiner heutigen Form wurde am 12. April 1969 gegründet.
Es war einmal...
... doch nicht erst seit 1969, sondern schon in früherer Zeit, gab es in Dornhan einen Schützenverein. Über die alte Schützentradition lässt sich jedoch nicht viel berichten, weil bis heute keine beweisenden Dokumente gefunden worden sind. Es gibt Schützenfotos und Schießscheiben aus den zwanziger Jahren, und älteren Dornhanern ist noch wohl bekannt, dass es vor dem zweiten Weltkrieg einen Schützenverein gab. Reste des damaligen Unterstandes der Schützen - viel mehr dürfte es damals nicht gewesen sein - und Reste der Schießanlage zeugten bzw. zeugen bis heute davon.
Genau auf demselben Gelände steht heute die attraktive Schießanlage mit Schützenhaus des Vereins. Ein zweiter Neuanfang wurde von einer Handvoll Interessenten in den 50er Jahren versucht. Es blieb beim Beschluss, im Bereich der ehemaligen Schießanlage eine neue Anlage zu errichten, das Interesse der Mitglieder schwand, der Verein löste sich schließlich wieder auf.
Die Gründung im Jahre 1969
Um den endgültigen Neubeginn im Jahr 1969 rankt sich eine kleine Geschichte:
Als im Jahr 1967 das neuerbaute Schulzentrum in Dornhan kurz vor der Fertigstellung stand, suchte die Stadtverwaltung ein Hausmeisterehepaar. In der engeren Wahl befand sich auch eine Bewerbung aus Steißlingen im Hegau. Bei einem Vorstellungsgespräch war zu erfahren, dass der Bewerber nicht nur gute fachliche Kenntnisse besaß, sondern auch als Mitglied des Steißlinger Schützenvereins besondere Initiativen entwickelte. Bei einem Besuch des Bewerbers in Dornhan nutzte der damalige Bürgermeister Erich Blocher die Gelegenheit, diesem die Stadt mit ihren Einrichtungen und Anlagen zu zeigen. Die alte verfallene Schießanlage lag ebenfalls an der Besichtigungsstrecke. Bürgermeister Blocher, so ist es überliefert, erwähnte dort ganz beiläufig, dass es eine gute Sache wäre, wenn in Dornhan wieder ein Schützenverein existieren würde; seiner Meinung nach könne man auf diesem Gebiet aktiv werden und Initiative entwickeln. Durch diese Bemerkung hatte er bei Josef Pfaus, dem späteren Hausmeister an der Dornhaner Schule - um diesen hat es sich bei dem Bewerber aus Steißlingen gehandelt - den zündenden Funken gelegt.
Nach dem Umzug nach Dornhan war es ein wichtiges Ziel für Pfaus, Gleichgesinnte um sich zu sammeln, um der Gründung eines Schützenvereins zuzuarbeiten. Es ist ihm bald gelungen, denn schon am 12. April 1969 konnte man zur Gründungsversammlung ins Gasthaus Krone einladen. Mit der Leitung der Gründungsversammlung war Helmut Bulle beauftragt worden. Nicht nur beitrittswillige Freunde des Schießsports, darunter viele junge Leute, auch der damalige Bürgermeister Blocher, Gemeinderäte und Vorsitzende örtlicher Vereine wohnten der Versammlung bei. Josef Pfaus, dem Hausmeister des Schulzentrums, galt der Dank der Teilnehmer für seine Initiative.
Die erste Vorstandschaft 1969
| Oberschützenmeister: | Helmut Bulle |
| Schützenmeister: | Eberhard Bleibel |
| Schriftführer: | Günter Willi |
| Schatzmeister: | Karl-Heinz Samland |
| Schießleiter: | Josef Pfaus |
| stv. Schießleiter: | Manfred Braun |
| Beisitzer: |
Severin Gklück Jochen Schanz Urban Wößner Helmut Ziegler |
| Jugendwart: | Bruno Pfaus |
Helmut Bulle und Eugen Blocher
Helmut Bulle war der erste OSM des SV Dornhan
Schießbeginn im Aufenthaltsraum des Schulzentrums
Erstes großes Problem für die neue Vorstandschaft: Wo übt man den eigentlichen Vereinszweck, den Schießsport, aus?
Durch großes Entgegenkommen der Stadtverwaltung und unermüdlichen Einsatz des Schießleiters Josef Pfaus improvisierte man ein originelles Übergangsdomizil:
Schon am 27. Juni im Gründungsjahr 1969 konnte im Aufenthaltsraum des Schulzentrum auf 8 Ständen mit Luftgewehr und Luftpistole geschossen werden.
Wie gesagt - es war im Aufenthaltsraum der Schule, und die Stände waren so konzipiert, dass sie vor dem Training aufgebaut und nach dem Training wieder abgebaut werden konnten.
Sportliche Erfolge beginnen
Groß war der schießsportliche Ehrgeiz der Schützen; schon bald kamen Kreis- und Bezirksmeister aus den Dornhaner Reihen, sogar bei den Landesmeisterschaften war der Name des jungen Vereins vertreten. Die Zuteilung des Kreisschützenballs des Schützenkreises Neckar-Zollern im Mai 1970, der in der neuen Dornhaner Stadthalle abgehalten wurde, war ein erster großer Höhepunkt in der jungen Vereinsgeschichte.
Bei soviel Elan ist es selbstredend, dass die provisorische Anlage bald zu klein wurde, außerdem reifte der Wunsch, auch andere Disziplinen zu schießen. So mussten damals die Schützen nach Sulz oder Schiltach zum Kleinkaliberschießen fahren.
Baupläne
Wieder war es Josef Pfaus, der die Initiative ergriff: Eine stattliche Schießanlage, aufgeteilt in drei Bauabschnitte, sollte auf dem städtischen Gelände beim alten Schießplatz oberhalb der Ziegelhütte entstehen. Erneut erfuhr der Verein große Unterstützung durch die Stadt, die Platz und auch Bauholz zur Verfügung stellte. Hier sei noch erwähnt, dass Oberschützenmeister Helmut Bulle aus gesundheitlichen Gründen im September 1970 sein Amt zur Verfügung stellte; die Schützen wählten Karl Tritschler zu seinem Nachfolger. So begann nun die Zeit des Weiterplanens unter neuer Führung.
Das erste Schützenhaus
Mit großem ideellem Einsatz schufen die Schützen in über 3000 freiwilligen Arbeitsstunden die erste Anlage an der Schützensteige, die aus einer Schießhalle mit 16x5 Metern, 6 Bahnen KK 50 m und 2 Bahnen KK 100 m bestand. Eine der 100 Meter Bahnen war für großkalibrige Waffen zugelassen, innerhalb der 100 Meter Bahn befand sich eine moderne 25 Meter Anlage mit 5 Scheiben für Präzisions-, Duell- und Schnellfeuerschießen mit der Sportpistole, die KK-Anlage hatte 10 Meter Stände integriert. Mit einer Einweihungsfeier und einem Einweihungsschießen wurde im Juni 1974 die Anlage eingeweiht.
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Das Schützenhaus entsteht |
Sportliche Erfolge
Mit berechtigtem Stolz konnte der Dornhaner Schützenverein gerade fünf Jahre nach seiner Gründung auf das Geleistete zurück blicken - stolz zwar, aber ohne Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Jahre des Schießbetriebes auf den neuen Anlagen, des Trainings und der Wettkämpfe folgten, eine intensive Jugendarbeit trug Früchte, die Schützenfamilie wuchs. Sportliche Erfolge der Gewehr- und Pistolenschützen auf Kreis- und Bezirksebene steigerten das Ansehen und den Bekanntheitsgrad des Vereins von Jahr zu Jahr, neidlos zollte man den Dornhaner Schützen Respekt.
Mit Einnahmen aus dem zwar schmalen, aber urgemütlichen Wirtschäftle, aus der Veranstaltung von Tanzabenden in der Stadthalle, dem Vereins- und Firmenschießen, das 1976 begann und seither Tradition ist, wurden nach und nach die Schulden abgetragen. Und auch dabei bewiesen die Schützen wieder ungewöhnlichte Schnelligkeit - schon 1978 hieß es „schuldenfrei“, und was lag näher, als den nächsten Bauabschnitt zu planen.
Allerdings stoppten die Behörden den Tatendrang der Schützen, zwei Jahre gingen ins Land, in denen so mancher bürokratische Kampf durchgestanden wurde.
Schützenuniformen zum Jubiläum
Dazwischen feierte der Verein im Sommer 1979 in einem kleinen Festzelt neben dem Schützenhaus sein 10-jähriges Jubiläum, dem ein Preisschießen vorausgegangen war. Schmuck eingekleidet hatten sich die Schützen kurze Zeit davor, mit ihren einheitlichen Schützenjacken, die Frauen ebenfalls in gleicher Kleidung, boten sie ein attraktives Bild. Die Uniform wird bis in die heutige Zeit bei besonderen Anlässen getragen, die Frauen haben sich vor einigen Jahren trachtenähnliche Röcke mit weißen Blusen und schwarzem Schultertuch zugelegt.
Die Uniformen des Schützenverein
Der zweite Bauabschnitt
1980 schließlich, im Frühjahr, war der erste Spatenstich zur Vergrößerung und zum Anbau eines Schützenhauses. Wieder waren die Mitglieder gefordert, ihre Leistung in den Neubau einzubringen. In ungezählten Arbeitsstunden beispielhafter Zusammenarbeit entstanden, integriert an die bestehende Anlage:
Eine zweite 25-Meter-Anlage mit 5 Schießständen,
eine 10-Meter-Schießhalle für Luftpistole und Luftgewehr mit 9 Ständen
sowie ein Schützenhaus mit ca. 50 Sitzplätzen und einer kleinen angeschlossenen Küche
Hatte Oberschützenmeister Tritschler noch die Planungsphase für den zweiten Bauabschnitt mit großer Energie begonnen, so war ihm durch beginnende Krankheit leider nur noch die begleitende Mitarbeit in der weiteren Planungs- und Bauphase möglich. Schützenmeister Eugen Blocher, sein Stellvertreter, hatte zunächst kommissarisch die Vereinsführung übernommen, 1978 dann war der endgültige Führungswechsel erfolgt.
Einweihung und Fahnenweihe
Im Sommer 1982 wurde die bauliche Erweiterung mit einem festlichen Empfang, an dem zahlreiche Ehrengäste aus Schützenkreisen, an der Spitze Landesoberschützenmeister Paul Kill, und aus der Kommunalpolitik teilnahmen, eingeweiht und gleichzeitig die neue Schützenfahne geweiht. Patenverein war die Schützengilde Rottweil, und mit einem unvergessenen beeindruckenden Zeremoniell hatte ein guter Freund unseres Vereins von der Schützengilde Rottweil, Bezirksehrenoberschützenmeister Heinrich Scheidel, die Weihe vorgenommen.
Sportliche Jahre und Jubiläumsfeiern
Den Baujahren folgten wieder die sportlich aktiveren Jahre - unterbrochen im Sommer 1989 vom 20-jährigen Jubiläum, wie das 10-jährige in kleinerem Rahmen im Zelt neben dem Schützenhaus gefeiert-, die von einer stetigen Aufwärtsentwicklung vor allem der Pistolenschützen geprägt sind. Spitzenresultate und Spitzenplätze im Bezirk reihten sich aneinander, die Beständigkeit und der Erfolg der Pistolenschützen hält bis heute an. Bei den Kreismeisterschaften des Schützenkreises Neckar-Zollern beispielsweise rangiert der Schützenverein Dornhan inzwischen an zweiter Stelle, die Ausbeute an vordersten Platzierungen ist beeindruckend. In Rundenkämpfen des Bezirks sind Sport- und Luftpistolenschützen respektierte Gegner, in der Saison 1992/93 wurde im Bezirk mit der Sportpistole der erste Platz erreicht.
Ein Bogenschießplatz wird angelegt
Im Jahre 1992 wurde die stattliche Schießanlage durch einen attraktiver Bogenschießplatz neben dem Schützenhaus optisch abgerundet. Anfangs wurde das Bogenschießen sehr gut angenommen, eine große Gruppe trainierte auf dem neuen Platz, im Winter in der Stadthalle. Allerdings stagnierte das Bogenschießen nach einiger Zeit, nur eine kleine Gruppe betrieb diesen Sport ohne große sportliche Ambitionen weiter. Seit dem Eintritt neuer bogenbegeisteter Mitglieder in den Verein ist ein neuer Boom im Bogenschießen entstanden. Eine stattliche Gruppe trainiert zwischenzeitlich miteinander und nimmt auch an Wettkämpfen bis hin zu Deutschen Meisterschaften teil. Im Winter trainieren die Bogenschützen in der Halle in Weiden.
25 Jahre Schützenverein Dornhan
An die Vereinschronologie anknüpfend wurde im Jahr 1994 vom 19. bis 22. August das 25-jährige Vereinsjubiläum mit einem großen Schützenfest im Festzelt beim Sportgelände gefeiert. Dazu wurde eine informative Festschrift gestaltet und gedruckt. Das Fest wurde gleichzeitig vom Schützenkreis als erstes Kreisschützenfest deklariert. Nach dem Festakt am Freitag, 19. August, mit Ansprachen von Oberschützenmeister Jürgen Schatz, von Bürgermeister Günter Wößner, von Bezirksoberschützenmeister Heinrich Johannsen, von Kreisoberschützenmeister Wolfgang Römpp, mit Ehrungen langjähriger treuer Mitglieder, war am Samstagabend musikalischer Höhepunkt mit einem Gastspiel der zu jener Zeit außerordentlich beliebten „Feldberger Spitzbuba“. Am Sonntagmittag gab es den ersten Kreisschützenfestzug durch die Dornhaner Straßen, am Sonntagabend dann Rock für die Jugend. Mit einem bunten Nachmittag mit Puppentheater und Musik klang das Fest am Montag aus. Die Organisation dieses großen Festes war mit sehr viel Arbeit verbunden, die Resonanz in der Bevölkerung war nicht so groß, wie erhofft. Vor allen Dingen der Festakt am Freitag war spärlich besucht, wären nicht die Vereinsabordnungen aus dem Schützenkreis gekommen. hätte es wahrlich traurig ausgesehen. Diese Erfahrung wird die Schützen für die kommende Zeit von solchen großen Festveranstaltungen absehen lassen.
Sanierungsarbeiten beginnen
Ruhigeren Jahren sollten bald eine bauintensive Zeit folgen. Sanierungsarbeiten lagen an, Haus und Anlage waren ein wenig in die Jahre gekommen. In Angriff genommen wurde 1998 eine Generalüberholung der 10-Meter-Schießhalle. Boden, Wandbeläge und Deckenverkleidung wurden abgenommen, die Halle buchstäblich in ihren Rohzustand zurück versetzt. Der Boden wurde mit hellen Fliesen belegt, die Wände und die Decke recht kunstvoll mit hellen Holzbrettern verschalt. Neue teilbare Tresen für die Schießanlagen wurden gezimmert.
Ein wahren Schmuckstück ist die Halle geworden. Hell, gut ausgeleuchtet, attraktiv dekoriert. Weitblickend war der Raum so konzipiert worden, dass er nach Abnahme der Schießanlagen und als Versammlungs- und Festsaal verwendet werden kann. Erste größere Veranstaltung in der neuen Halle war die Feier des 30-jährigen Bestehen des Schützenvereins in kleinerem Rahmen. Ein Preisschießen wurde durchgezogen, und zur offiziellen Feier die teilnehmenden Schützenverein und die örtlichen Vereine eingeladen. Das Fest wurde eine gemütliche runde Sache, der neue „Fest“saal von allen Besuchern bewundert und gewürdigt.
Die folgenden Jahre bis heute sind aktive sportliche Jahre, die Dornhaner Schützen nehmen mit einer stattlichen Zahl von Mannschaften an Rundenwettkämpfen im Kreis- und Bezirk und Land teil.
Es gibt wieder eine Schützenjugend
Ein großes Problem hatte die Schützen viele Jahre begleitet: es war nicht mehr möglich, eine Vereinsjugend aufzubauen. Jugendliche Interessenten gab es immer wieder, allerdings gab es keine Person aus den Schützenreihen, die sich aktiv und mit Idealismus der Ausbildung einer Schützenjugend widmen wollte. Mit dem Engagement von Bernd Blocher, der, als seine eigenen Töchter in ein Alter gekommen waren, in denen mit dem Schießen begonnen werden kann, mit Elan und Freude und der notwendigen Geduld eine Schar Kinder um sich scharte und so ganz schnell neben seinem Amt als Sportleiter auch das Ehrenamt des Jugendleiters aufgetragen erhielt. Inzwischen ist seine ganze Familie im Einsatz, um eine größere aktive Gruppe junger Leute zu trainieren, mit ihnen zu Wettkämpfen zu fahren und vor allen Dingen sie auch mit außergewöhnlichen zusätzlichen Attraktionen und Unternehmungen bei Laune zu halten. Trainingsfleiß zeichnet besonders die Töchter von Bernd Blocher aus. Martina Blocher schaffte mit ihren Leistungen schon mehrmals den Sprung zu den Landes- und Deutschen Meisterschaften, auch ihre Schwester Vanessa steigert sich stetig.
Gesetzliche Bestimmungen erfordern Umbauarbeiten
Für die Ausführung der Wartungsarbeiten am Schützenhaus und an den Schießanlagen sind auch weiterhin die Schützen selbst mit ihrer Arbeitskraft gefordert. Aktuell ist der Verein durch die sich laufend ändernden gesetzlichen Anforderungen an die Schießanlagen gehalten, einige aufwändige Veränderungen an den Schießständen vorzunehmen.
Jürgen Schatz steuert seit 1986 das Vereinsschiff
Seit 1986 ist Jürgen Schatz Oberschützenmeister des Vereins und steuert mit Unterstützung seiner Vorstandschaft das Vereinsschiff
Gute Kameradschaft
Den notwendigen kameradschaftlichen Geist im fördert schon allein das regelmäßige Zusammensein im Schützenhaus. Man ist daheim dort, ob einfach so unter der Woche, ob bei Königsfeiern oder der Weihnachtsfeier, ob bei fröhlichen Grillhocketen im Sommer oder bei spontanen internen Festle, wenn sich ein Anlass bietet. Man nimmt außerdem an Schützenfesten teil, und Ausflüge und Wanderungen des Vereins sind immer eine runde Sache.























